KZ-Gedenkstätte und Zeitgeschichtemuseum Ebensee

Gedenkrede des Vertreters der Israelistischen Kultusgemeinde, Dipl.-Ing. George E. Wozasek

zur Denkmalenthüllung am 12. November 2002

Zu Ehren und Andenken der Insassen des ehemaligen
„Reichsstraßenbau Lagers Traunsee" in Traunkirchen

Dipl.-Ing. George E. Wozasek

Dipl.-Ing. George E. Wozasek

Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Sehr geehrte Damen und Herren!

Wenn ich hier vor Ort stehe, um einige Worte an Sie zu richten, fällt mit das schwer, weil ich das Furchtbare, das stattgefunden hat, nicht wirklich vermitteln kann.

Hier ist ein Mahnmal für 325 namentlich erfasste jüdische Opfer, welche, nur weil sie Juden waren, vernichtet wurden. Sie waren österreichische Bürger aus allen Lebenslagen, Berufssparten, von denen ein Großteil im 1. Weltkrieg kämpfte, die hier unter den schwersten Arbeits- und Lebensbedingungen zum Straßenbau eingesetzt wurden.

Stellen Sie sich vor – so wie wir hier stehen – dass wir plötzlich grundlos verhaftet werden, Frauen, Männer und Kinder in Viehwaggons verladen und tagelang in ein fernes Lager ohne Essen und Wasser gesandt werden, um bei der Ankunft schnell aus den Waggons hinaus zu klettern und im Laufschritt anzutreten. Wer das nicht konnte, wurde geprügelt, kleine Kinder erschlagen, Schwache erschossen. Wie glauben Sie, hat sich ein Vater Emil Fränkl bzw. die Mutter Martha Fränkl gefühlt, als sie mit ihren 2 Kindern (5 und 12) in Auschwitz ankamen? (Sie alle wurden ermordet).

Denkmalenthüllung Traunkirchen

Dipl.-Ing. George E. Wozasek, Herwig Strobl

62.000 österreichische Bürger wurden in den verschiedenen Lagern ermordet, von 800 Mitglieder in der KG. Linz sind es 192 .

Was Sie, Herr Bürgermeister Aschenbrenner, Herr Dr. Quatember und ihre Mitarbeiter geschaffen haben, ist ein beachtlicher geschichtlicher Beitrag.

Das Mahnmal bezeugt, was stattgefunden hat und nicht wie mancherseits behauptet wird, dass diese Lager lediglich Straf- und Arbeitslager waren.

Es ist auch wichtig ,dass die Opfer nicht in Vergessenheit geraten, auch für unsere Nachkommen.

Es soll auch nicht als Globalanschuldigung dienen, andererseits soll man die Führung der nationalsozialistischen Bewegung, die dieses Unheil verursacht hat, und die Schergen die es durchgeführt haben, nicht frei sprechen.

Es ist lobenswert, wie viele Personen in Österreich bzw. in Oberösterreich zur Aufarbeitung beigetragen haben, wie z. B. in Gusen, Wels, Hartheim, Steyr und natürlich in der Gedenkstätte Mauthausen.

In Vertretung der Angehörigen dieser Opfer und der Opfer, die keine Angehörigen mehr haben, möchte ich mich im Namen der Kultusgemeinde Linz bei Ihnen, Herr Bürgermeister, und Ihren Mitarbeiter für ihren wertvollen Beitrag zu der Geschichte dieser Ära vielmals bedanken.


Zwecks inhaltlicher Fragen wenden Sie sich direkt an das Zeitgeschichte Museum Ebensee.
Zwecks technischer Fragen wenden Sie sich bitte an das Web-Team von Ebensee.org.

 

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